Tuschierlineal

Januar 2018

Für die Überarbeitung eines Schaublin 102 Oberschlittens brauche ich endlich ein eigenes Tuschierlineal – Der Schlitten ist etwa 180mm lang, aber ich brauche das Lineal in absehbarer Zeit auch für andere Maschinen, deswegen wird es 350mm lang.

Der Rohling ist aus GG25 Strangguss auf der Bandsäge gesägt.

Mein Hobel macht leider nur 200mm Hub, deswegen musste die Fräsmaschine herhalten. Hier die erste Aufspannung, das Lineal liegt in einem Prismenblock und ist an den Enden mit Schraubböcken unterfüttert und niedergepratzt. Natürlich kann man so nicht die ganze Länge fräsen, aber das braucht es erstmal garnicht.

Danach den Winkeltisch auf die Maschine gesetzt und auf 45° gerichtet:

Der Tisch ist natürlich zu klein das Lineal auf ganzer Länge zu unterstützen, aber das geht so ganz gut – das Freie Ende wieder unterbaut und niedergepratzt. Gefräst mit einem 40mm Walzenstirnfräser bei 300U/min und 0,25mm Zustellung, ich wollte die Aufspannung nicht überfordern. Im Bereich der Spannpratzte bleibt wieder ein kleines Eck stehen, das nicht gefräst werden kann:

Umso länger ich das ganze mache, umso weniger habe ich Lust ständig den Schraubstock von der Maschine zu nehmen, deswegen häng die Aufspannung so komisch über den Schraubstock drüber.

Die Flächen die ich wegen der Pratzen nicht erreichen konnte habe ich mit der Feile zur gefrästen Fläche hin egalisiert. Danach einen Schleifschraubstock liegend an die Vorderkante des Tisches gepratzt und das Lineal nach unten überhängen lassen um die Kernlöcher für die Griffgewinde zu bohren:

Bereit zum Schaben – In die Griffgewinde sind Schrauben eingedreht und mit Muttern gekontert, das Lineal liegt in zwei hölzernen Prismenblöcken

Es wird nur eine Fläche geschabt, mehr braucht das Lineal eigentlich nicht. Der Winkel spielt auch keine Rolle, der muss nur klein genug sein in jede Führung zu passen die damit tuschiert werden soll.
Eine der Seiten habe ich mit dem Schaber „aufgebrochen“, d.h. auf voller Fläche überschabt, damit man sie tuschieren kann und die Frässpuren schon mal weg sind.
Erstes Tuschierbild, mittig eindeutig hohl. Achja, ist die 0815 Diamant Tuschierpaste.

Da ist es jetzt schon interessant wie viel hohl, dann rennt man beim Schruppen nicht zig-mal zur Tuschierplatte.
0,04mm Hasbergfolie geht gerade noch in den Spalt zwischen Lineal und Platte, 0,05mm nicht mehr.

Stufengeschabt, ganz außen acht Durchgänge, in der Mitte nur noch einen und erneut tuschiert:

So sieht das Schabeschemata beim Stufenschaben in diesem Fall aus:
Schritte.jpg

Die Zahlen geben die Anzahl der Schabedurchgänge an, „8“ bedeutet den Flächenteil acht mal zu überschaben, nach jedem Durchgang um 90° gedreht.
Auf diesem Weg kann man sehr schnell eine grob-ebene Fläche erreichen. An keiner Stelle des Lineals bringe ich noch 0,015mm Hasbergfolie darunter.
Jetzt wird bereichsweise geschabt, bis auf der ganzen Fläche irgendwie 1…5 Tragpunkte zu sehen sind.

Links hat die Fläche noch ein Loch:

Besser:

Fast ok, links ist immer noch etwas schwach, aber mit dem nächsten Durchgang sollte sich das erledigt haben.

Klinge auf R40 gewechselt und Hub auf etwa 5mm reduziert, waren dann noch 4..5 Durchgänge um zu diesem Bild zu kommen:

Im vorherigen Bild ist aufgrund des Tuschierbildes noch zu erahnen das die Fläche minimal in sich verdreht ist. Praktisch nicht messbar, aber im Tuschierbild sichtbar. Also auch noch korrigiert:

Und das ist etwa die Menge an Material die beim schaben des Lineals abgetragen wurde: