Fliehkraftkupplung / Starteradapter

Interessante Teile die ich zu fertigen hatte, eine Fliehkraftkupplung und die Starterwelle, beides für ein Verbrennergetriebenes Modell.
Material ist 42CrMo4.

Fotos von der Fertigung:

Die Starterwelle hat einen 6mm Sechskant pendelgeräumt. Hier sieht man den Drehmeissle für die 1×45° Eckfase. Dazu wird alles mit einem normalem Wendeplattenmeissel fertig auf Länge und Durchmesser gedreht, im Eck bleibt ein Absatz 1mm lang, 1mm „hoch“ stehen.
Der Absatz wird danach mit dem Fasenmeissel in die Eckfase geformt:

Die Kupplung hat einen 2mm Radius als Übergang zwischen zwei Durchmessern – Einen solchen Meissel könnte man auf der Stichelschleifmaschine komplett schleifen. Oder man nimmt ein Stück 4mm VHM und lötet es an einen Schaft, mit ein paar Grad Freiwinkel nach unten:

Mit diesem Meissel wird nur der Radius geformt, die angrenzenden Durchmesser (Passungen!) sind mit normaler DCMT Wendeplatte gedreht.

Abgestochen, 50mm geht mit dem 1,6mm Hss Stechschwert noch ganz gut:

Umgespannt und im Spannzangenfutter die zweite Seite bearbeitet – Um den Flansch auf Dicke zu drehen bzw. die Dicke zu messen, ist das Unimike sehr nützlich:

Die Starterwelle hat innen eine große Senkung – Könnte man einfach mit einem Kegelsenker reinkreischen. ich hab aber seit einiger Zeit grundsätzlich einen VHM Drehstahl eingespannt, der Innen- und Aussenfasen drehen kann, das wird in der Regel sauberer und läuft am Ende besser rund.

Weiter zur Fräsmaschine – Die Starterwelle ist auf der Rückseite recht filigran und ich wollte sie nicht direkt im Backenfutter spannen. Also einen Spanndorn gedreht, über den der Innendurchmesser gestülpt wird:

Löcher und Eckradien werden nach Koordinaten gebohrt bzw. mit einem 10mm VHM Fräser eingestochen, danach noch das zwischenstehende Material mit dem gleichen 6-Schneider entfernt – Für sowas ist ein Fräser mit vielen Schneiden sehr angenehm, läuft ruhiger.

Die Kupplung hat ebenfalls ein Lochbild und wird zusätzlich noch geschlitzt – Ursprünglich wollte ich das mit einem 2mm Scheibenfräser machen, aber ich hab dann doch kalte Füße bekommen, das Material das stehen bleibt ist relativ filigran und ich hatte Bedenken das der Scheibenfräser alles verbiegt 

Also die sichere Route gewählt und mit einem langen 2mm VHM Fräser geschlitzt – 3000U/min, 0,2mm Zustellung, 300mm/min Vorschub.
Braucht Geduld, geht wegen des großen Vorschubs aber relativ fix. Man darf nur nicht in Versuchung kommen, die Zustellung größer zu wählen, sonst verbiegt sich der Fräser ganz wild und die Nutwände sehen grausam aus.

Gespannt mit etwas Messinghasbergfolie zwischen Teil und Backe, die Behelfsschraubböcke sind da, dass das Teil beim Bohren nicht nach unten gedrückt wird.

Der Fräser, VHM Dreischneider von Garant – Solche Fräser hat man in den wenigsten Fällen im Haus, von denen hab ich aus versehen mal einen ganzen Schwung auf Ebay ersteigert.
Hat man keinen solchen lang freigestellten Fräser, kann man einen normalen Fräser selbst am Schaft freischleifen bis man tief genug fräsen kann.