Werkstückaußenflächen mit einem Sägeblatt anfahren/antasten

Sägeblätter sind nützliche Werkzeuge für Fräsmaschinen – Ideal um Material abzutrennen und dünne Schlitze zu sägen. Eine Schwierigkeit, die dabei oft auftritt, ist das exakte Positionieren des Sägeblattes zum Werkstück.

Ankratzen mit dem Sägeblatt bei laufender Spindel und auf das Geräusch zu achten, wenn das Sägeblatt das Werkstück berührt, funktioniert oft, ist aber nicht wahnsinnig genau.

Ein einfacher Weg, sehr präziser Weg besteht darin, die Verbiegung des Sägeblatts bei Werkstückkontakt zu messen.

Praktisch sieht das so aus:

Hier geht es darum, das Sägeblatt zu einem Werkstück mit etwa 4mm Außendurchmesser zentrisch auszurichten.

Ein Fühlerhebelmessgerät wird wie folgt am Sägeblatt positioniert – Z.B. mit einem Messstativ am Spindelkopf der Fräsmaschine – Hier im Beispiel mit der Waagerechtspindel meiner FP1, funktioniert natürlich genauso mit Vertikaler Spindelanordnung.

Sollte man die Pinole als Z-Zustellung benutzen, muss das Fühlerhebelmessgerät natürlich irgendwie an der Spindel, Pinole oder am Werkzeughalter geklemmt werden, ähnlich einem Indicol-Halter.

Das Fühlerhebelmessgerät wird mit etwas Vorspannung auf das Sägeblatt angestellt und genullt. Jede Durchbiegung/Verformung des Sägeblattes wird sich jetzt sehr feinfühlig auf dem Fühlerhebelmessgerät sichtbar machen.

Natürlich all das bei stillstehender Spindel durchgeführt und der Planlauf des Sägeblattes ist relevant für die erreichbare Präzision – Das ist aber ein Grundsatz für Sägeblätter.

Gute Sägedorne mit großem Klemmflansch, Freidrehung zur Mitte und sehr guter Axialer Lauf sind entscheidend. Es ist auch nicht verboten, die Planfläche eines Sägedorns in der Fräsmaschine zu überdrehen, sollte die Anwendung es erfordern.

Umso näher das Fühlerhebelmessgerät bzw. dessen Tastspitze an der Antastposition platziert wird, desto empfindlicher und direkter wird die Anzeige reagieren.

Vorgehensweise:

  • Sobald das Sägeblatt das Werkstück berührt, wird man eine Zeigerbewegung sehen
  • Nicht zu weit zustellen, vll. 0,05mm – Anschließend mit dem Sägeblatt wieder langsam vom Werkstück wegfahren, dabei den Zeiger des Fühlerhebelmessgerätes beobachten
  • In dem Augenblick, wenn der Zeiger die „0“ Erreicht und sich nicht mehr bewegt, hat man das Sägeblatt sehr genau an der Werkstückfläche anliege
  • Digitalanzeige oder Skalenring (Umkehrspiel beachten) nullen

Um das Sägeblatt auszumitteln, muss der ganze Prozess auf der Rückseite des Werkstücks wiederholt werden:

Nach dem Antasten auf der Rückseite wird entweder der jetzt auf der Digitalanzeige gezeigte Wert halbiert und die Entsprechende Achse auf „0“ gekurbelt, oder der Einstellwert mit Skalenring und den Achslinealen halbiert und angefahren (Umkehrspiel beachten).

Eine sehr schnelle Methode und sehr präzise. In meinen Augen besser, als mit laufendem Sägeblatt versuchen präzise nach Klang/ankratzen anzutasten.